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Der Berg war kaum hundert Meter hoch, dennoch strahlte er eine Aura von Macht auf Sabrina aus. Zeit und Raum waren unwichtig geworden. Sie sah sich nicht um. Sie sagte kein Wort. Während sie sich Meter um Meter dem Gipfel näherte, vernahm sie in ihrem Inneren die Stimmen der Wikinger, sie fühlte die Hoffnungen all derer, die vor ihr diesen Weg gegangen waren. Als sie hinunter aufs Meer blickte, erwachte die Legende zu neuem Leben. Und so sprach sie ihre drei Wünsche in den Wind.

Auf einem Reiterhof in Island lernt Sabrina den New Yorker Fotografen Scott kennen und verliebt sich in ihn. Doch er verschweigt ihr den wahren Grund für seine Reise auf die Atlantikinsel. Ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit lässt ihn nicht los. Und dann ist da auch noch Patricia, die alles versucht, um Scott für sich zu gewinnen.

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Drei Wünsche im Wind: Rezensionen

Buchregen: „Sabrina ist ihren Job los, fühlt sich von ihrem Freund nicht verstanden und hat Berlin überhaupt satt. Eine Kleinanzeige bringt sie auf eine Idee: der isländische Reiterhof Baldursholt sucht eine Aushilfskraft für den Sommer! Sabrina wagt den Schritt in ein Land, in dem die Natur an erster Stelle steht … und in den Nebeln die Geister der Vorfahren ihre tausend Jahre alten Lieder raunen. Auf der Reiterfarm lernt Sabrina den New Yorker Fotografen Scott kennen; ein Mann, der ihr Herz verzaubert, der jedoch eine schmerzhafte Erinnerung auf die Insel mitgebracht hat. Werden die drei Wünsche, die Sabrina in den Wind spricht, in Erfüllung gehen?

Der neue Roman der Reisejournalistin und Autorin Susan de Winter, die mit „Der Stein der Schildkröte“ begeisterte Rezensionen einsammeln konnte! „… ich liebe solche Geschichten, die gleichzeitig spannend und romantisch sind und mich ganz und gar in eine andere Welt entführen …“ (Leserin) (5 Rezensionen / 5,0 Sterne)

Pferd.de: In dem neuen Roman von Susan de Winter entführt die Autorin ihre Leser diesmal ins ursprüngliche und sagenumwobene Island. Schon in ihrem ersten Roman: “Der Stein der Schildkröte” hat die erfolgreiche Reisejournalistin ihr Können auf dem Gebiet des Reiseromans unter Beweis gestellt. Das Buch hielt sich zu Recht mehrere Wochen bei Amazon auf den oberen Rängen.
Das Konzept aus Liebesroman, Reisetagebuch und einem Hauch von Magie geht auch in “Drei Wünsche im Wind” wieder auf und versetzt den Leser zusammen mit der Hauptfigur des Buches, Sabrina, geradewegs aus dem grauen Alltag heraus auf die grüne Atlantikinsel. (….)

Angefangen mit der Überlieferung der drei Wünsche, die laut isländischer Legenden für jeden in Erfüllung gehen, der sich auf der Kuppe des Basalthügels Helgafell, direkt neben den Ruinen einer Kapelle niederkniet und sie nach Osten in den Wind flüstert, bis zur detailreich geschilderten Umgebung verarbeitet die Autorin eingebettet in eine fesselnde Liebesgeschichte ihre eigenen Reiseerfahrungen. So wird das Buch zu einem Genuss für Herz und Verstand und macht Lust auf die nächste Islandreise. Der einzige Wermutstropfen: Das 204-seitige Buch ist viel zu schnell ausgelesen.

Pferdekult.de: … Insgesamt ist der Roman “Drei Wünsche im Wind” ein spannender und kurzweiliger Roman, der zwar in erster Linie das weibliche Geschlecht ansprechen wird, aber durch die tollen Reisetipps der Autorin zugleich auch eine Inspiration und Informationsquelle für Island-Fans ist sowie für jeden, der immer schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, zum Reiten nach Island zu reisen.

reite.in.de: Wer davon träumt, einmal im Sattel eines Islandpferdes über die wilde Insel im Nordatlantik zu reiten, der muss dieses Buch lesen. „Drei Wünsche im Wind“ von Susan de Winter ist mehr als ein Pferde-Roman. Es ist eine Liebeserklärung an Island, eine magische Story von unerklärlichen Dingen und eine sehr romantische Erzählung…

Leserstimmen:
5,0 von 5 SternenSpannende Pferde- und Liebesgeschichte, die Lust auf Island macht
VonP. Güntheram 15. Juli 2016
Format: Kindle Edition|Verifizierter Kauf
Das zweite Buch von Susan de Winter spielt im mystischen Island und wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht mehr aufhören, der Geschichte zu folgen. Naturerlebnisse, Liebe und Intrige verweben sich zu einem spannenden Plot. Und dank der Island-Tipps am Ende ist das Buch sogar ein kleiner Reiseführer!

Vielen Dank an alle, die meine Bücher bei Amazon rezensiert haben. Ich freue mich über jede einzelne Bewertung!                                 Susan de Winter

 

Leseprobe : Drei Wünsche im Wind

 

Die Finger des Mannes flogen über die Tastatur des Notebooks wie die geübten Hände eines Pianospielers. Dabei hätte man ihnen eher zugetraut, den Griff einer Axt zu packen und Holz zu spalten, als einen kleinen Computer zu bearbeiten. Scott McNara füllte das spärlich eingerichtete Wohnzimmer seines Sommerhäuschens mit einer Präsenz aus, wie sie nur wenige Menschen besaßen. Als er aufstand, um sich in der Küche eine weitere Tasse Kaffee zu holen, stieß er fast mit dem Kopf an die Decke. Während er sich Milch in den Kaffee goss, gab sein Notebook ein durchdringendes Geräusch von sich. Ein Anruf über Skype kündigte sich an.

Scott kehrte mit seiner Tasse an den Tisch zurück und nahm den Anruf an. Auf dem Bildschirm erschien sein Kollege und Freund Nick Carter aus New York. Er trug wie fast immer ein uraltes University-Sweatshirt und ein Basecap mit Rolling Stones-Logo. Scott konnte das Rauschen des New Yorker Verkehrs im Hintergrund hören, obwohl er Tausende Meilen entfernt war. Er selbst hatte fast sein ganzes Leben in New York City verbracht, und das Rauschen hatte dazu gehört wie das Zähneputzen am Morgen und am Abend. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie wohltuend die Stille in seinem isländischen Sommerhaus war. Und wie sehr ihn die Geräusche der Großstadt auf einmal störten.

„He Scott, altes Haus, wie stehen die Dinge auf Island? Hast du dich schon in eine wunderschöne Elfe verliebt oder bläst du Trübsal und kaust auf einem alten Gammelhai herum?“

„Der Gammelhai würde jetzt auf deinen Kopf hinunter sausen, wenn du hier wärst“, brummte Scott zurück und bedachte seinen alten Kumpel dabei mit einem Grinsen. „Was kann ich für dich tun, Nicky?“

„Du kannst nach Hause kommen und dich um deinen Job kümmern. Wir könnten um die Häuser streichen und zum Baseball gehen. Die Nacht durchsaufen. Oder mal kurz nach Miami `rüber fliegen und uns da die Sonne auf den Pelz brennen lassen.“

„Dir ist also langweilig ohne mich. Sag das doch gleich!“

Nick gab ein gackerndes Lachen von sich. „Langweilig? Ich weiß nicht mal, wie das Wort geschrieben wird. Aber im Ernst, Scottie, ich finde, du bist jetzt lange genug auf dieser öden Insel geblieben. Es ist nicht gut, so lange alleine zu sein. Komm nach Hause und lass uns amüsieren.“

Scott schüttelte den Kopf. „He, ich bin erst ein paar Tage weg, und es gefällt mir bestens hier. Ich komme endlich mal zur Ruhe. Und ich habe tolle Aufnahmen gemacht. Das Licht ist einfach unglaublich. Ich schicke dir nachher mal ein paar Fotos rüber.“

Nick seufzte. „Okay. Aber ich glaube einfach, dass es nicht gut für dich ist, dich auf so einer einsamen Insel zu vergraben. Das passt doch gar nicht zu dir. Und außerdem: es ist jetzt fast ein Jahr her. Du kannst nicht ewig um sie trauern, Scott. Melanie hätte das nicht gewollt. Du musst sie loslassen und dein Leben weiterleben.“

Scott atmete tief durch. „Soll das jetzt eine Predigt werden? Vielleicht hättest du besser Pastor werden sollen. Lass mich mit dem Scheiß in Ruhe, Nick. Ich bleibe hier so lange wie es mir Spaß macht. Ob dir das nun passt oder nicht.“

Nick hob abwehrend die Hände. „Okay, Alter. Reg dich wieder ab. War nur ein gut gemeinter Ratschlag von einem Kumpel. Lass uns ein anderes Mal weiter reden, ich hab gleich noch einen Termin. Bis bald!“

Nick beendete den Skype-Anruf, und Scott ärgerte sich über sich selbst, weil er so überreagiert hatte. Seit einem Jahr hatten ihn seine Freunde mit Samthandschuhen angefasst. Erst in letzter Zeit versuchten sie ihn auf alle mögliche Weise in irgendwelche Aktivitäten einzuwickeln. Inklusive mehrerer nicht abgesprochener Rendezvous mit Mädchen, an denen er überhaupt kein Interesse hatte. Vor zwei Wochen hatte er seine Koffer gepackt und war nach Island geflogen. Um Urlaub zu machen und zur Ruhe zu kommen, lautete seine offizielle Version. Warum er wirklich auf die Insel im Nordatlantik gekommen war, hatte er selbst seinem besten Freund nicht erzählt. Fast wollte er es sich selbst nicht eingestehen. Es war einfach ein Versuch, redete er sich ein. Und wenn er nicht funktionierte, brauchte auch niemand davon erfahren. Er würde in sein altes Leben zurückkehren und weitermachen wie bisher.

Mit einem Klick auf die Bildergalerie öffnete Scott den Ordner Melanie. Auf dem Bildschirm öffneten sich die Fotos einer jungen Frau in Shorts und T-Shirt an einem weißen Strand. Das war vor zwei Jahren beim Urlaub auf Cape Cod gewesen. Scott öffnete weitere Fotos. Melanie vor einem Weihnachtsbaum. Dann ein Foto von ihnen beiden zusammen. Das hatte Nick an ihrem Hochzeitstag von ihnen gemacht. Jedes Foto gab Scott einen Stich ins Herz. Und trotzdem zwang er sich, wieder einmal alle bis zum Schluss anzusehen. Warum war es bloß zu diesem schrecklichen Streit gekommen? Er würde alles dafür tun, ihn ungeschehen zu machen.

Vielleicht würde der heutige Tag ja tatsächlich etwas bringen. Seitdem er von der Möglichkeit auf Island gehört hatte, hegte er eine geradezu kindische Hoffnung. Nachdem er auf der Insel angekommen und in das kleine Sommerhaus in der Nähe von Stykkishólmur gezogen war, hatte er sich auf die Suche nach einer Person begeben, die diese ganz besonderen Fähigkeiten besaß, um ihm helfen zu können.

Ein leises ‚wuff‘ riß ihn aus seinen Gedanken. Scott öffnete die Haustür und blickte auf einen  schwarz-weißen Border Collie, der auf der Fußmatte Platz genommen hatte und ihn freundlich ansah.

„Sam! Wieder mal ausgebüchst? Da wird dein Herrchen nicht erfreut sein!“, sprach Scott den Hund an, der seinem Nachbarn und Vermieter Gunnar gehörte. Er wohnte etwa einen Kilometer querfeldein entfernt. Seitdem Scott seinen Mietvertrag dort unterschrieben und Sam kennengelernt hatte, war ihm der Hund nicht mehr von der Seite gewichen. Das ging sogar so weit, dass Sam nun einmal am Tag zu ihm gelaufen kam und ihn auf seinen Spaziergängen begleitete.

„Na gut. Da du schon mal da bist, will ich dich nicht enttäuschen. Machen wir zwei einen kleinen Ausflug!“

Der Hund sprang auf, wedelte mit der Rute und bellte aufgeregt.

„Immer mit der Ruhe. Ich werde mir ja wohl noch schnell eine Jacke überziehen dürfen“, murmelte Scott und kehrte ins Haus zurück, um sich seine warme Jacke und die Spiegelreflexkamera zu holen.  Ohne ging er nicht aus dem Haus. Die Landschaft rund um sein Sommerhäuschen war einfach zu schön, um sie nicht immer wieder im Bild festzuhalten. Außerdem ließ das wechselnde Licht des Tages sie immer wieder in anderen Facetten scheinen. Scott war Sportfotograf und arbeitete viel für die New York Times. Seitdem er auf Island war, konnte er sich jedoch vorstellen, einen Abstecher in Sachen Landschaftsfotografie zu machen. Er hatte schon einige Aufnahmen auf seinem Rechner gespeichert, die das Potential für Reisemagazine hatten. Die wollte er später noch an Nick mailen. Sein Kumpel arbeitete als Sportreporter bei der Times und hatte beste Kontakte auch in andere Redaktionen und Ressorts. Vielleicht könnte er ihm einen Auftrag für Island-Fotos besorgen.

Sam schien jedes Mal zu ahnen, in welche Richtung es Scott verschlug. Auch heute lief der Hund voraus und wählte exakt die Pfade, die Scott zu gehen gedacht hatte. Lediglich hin und wieder hielt der Hund inne und sah sich nach seinem Begleiter um, wenn dieser sich zu einer Frühlingsblume hinab gebeugt hatte, um ihr Schönheit mit der Kamera festzuhalten. Oder wenn er stehenblieb, um tief durchzuatmen und die archaische Landschaft mit allen Sinnen in sich aufzunehmen.

Obwohl es Ende Mai war, lag die Temperatur gerade mal bei sieben Grad Celsius. An manchen Stellen leuchtete noch Schnee neben den Felsen auf. Scott fragte sich, ob auf dieser Insel jemals der Sommer Einzug halten würde. Aber nichtsdestotrotz gefiel ihm die wilde Natur in diesem Land aus Feuer und Eis. Sie war weder lieblich noch pittoresk. Dafür von einer kompromisslosen Klarheit, die er noch niemals zuvor irgendwo erlebt hatte.

Mann und Hund schritten zügig voran, erklommen Hügel voller Felsen und Moos, genossen Ausblicke auf Ebenen, die weder von Häusern, noch von Autos oder Menschen gekennzeichnet waren. Genauso wie jetzt muss dieser Blick schon vor Jahrtausenden gewesen sein, durchfuhr es Scott, und eine nie zuvor erfahrene Ehrfurcht vor der Natur überkam ihn. Obwohl er ein Mensch war, der eher der Wissenschaft als dem Glauben zugetan war, verstand Scott nun, warum die Isländer ein Volk der Sagen und Legenden waren. Fast jeder glaubte hier an die Existenz von Elfen und anderer übernatürlicher Wesen. Als er erfahren hatte, dass in manchen Städten Häuser und Straßen umgelegt wurden, um die Elfen nicht zu stören, hatte er ungläubig mit dem Kopf geschüttelt und die Leute für verrückt erklärt. Inzwischen hatte er seine Meinung zumindest etwas relativiert.

Auf seinen Wanderungen hatte er das Handy zu Hause gelassen. Schon nach kurzer Zeit auf den grünen Hügeln der Insel hatte das Gedankenkarussell in seinem Kopf angehalten. Nun nahm er wieder die Geräusche der Umgebung wahr. Er hörte das Schreien der Seevögel, das Plätschern der Bäche, die Stille. Er atmete den Geruch des Frühlings. Er sog die klare Luft in sich ein. Im Vergleich zu dem Smog von New York City schmeckte sie wie prickelnder Champagner. Nach Jahren auf der Überholspur war Scott McNara zur Ruhe gekommen – auch wenn er es selbst noch nicht wusste. Etwas in ihm hatte sich geöffnet. Inzwischen  wünschte er sich sogar, er könnte sie selbst sehen, die Naturwesen, für die Island berühmt war. Doch so sehr er es sich auch herbei sehnte, ein Busch war für  ihn einfach nur ein Busch. Eine Elfe hatte er noch nie erblickt.

Nach zwei Stunden gelangten Scott und Sam an den Hof von Sams Herrchen Gunnar. Wie immer war die Haustür nicht abgeschlossen. Scott pochte an die grobe Holztür und trat ein. Gunnar und seine Frau Gitta saßen am Küchentisch und tranken Kaffee.

„Scott! Schön, dich zu sehen. Willst du einen Kaffee mit uns trinken? Ah, ich sehe schon, du hast uns unseren Ausreißer zurück gebracht…“   Dabei bedachte Gunnar seinen Hund mit einem finsteren Blick.

Sam zog die die Rute ein und kroch möglichst unauffällig unter den Tisch.

„Hallo Gitta, hallo Gunnar. Einen schnellen Kaffee nehme ich gerne. Aber dann muss ich wieder los. Sam hat mir heute wieder etwas von der Gegend gezeigt. Er ist echt ein guter Guide. Ihr solltet Geld für ihn nehmen.“

Gitta goss Kaffee in einen Keramikbecher und schob eine Schüssel mit selbstgebackenen Keksen in Scotts Richtung.

„Ist es dir nicht zu einsam, ganz allein in dem Sommerhäuschen?“, fragte sie. „Ich meine, du kommst aus New York. Heißt es nicht immer, das ist die Stadt, die niemals schläft?  Du musst dich doch zu Tode langweilen hier bei uns!“

Den letzten Satz hatte Gitta mit etwas Trotz in der Stimme hervorgestoßen, was ihren Mann dazu brachte, alarmiert die Stirn zu runzeln. Gitta kam aus Reykjavik. Sie war eine Lady aus der Hauptstadt und lebte jetzt „in the middle of nowhere“, wie sie ihren Freundinnen gerne vorhielt. Für sie war es absolut unverständlich, dass ein junger, attraktiver Mann wie Scott aus der Glitzermetropole New York in die Einsamkeit ihres Sommerhäuschens übergewechselt war. Ob er wohl eine Leiche im Keller hatte, fragte sich Gitta manchmal. Ihrem Mann brauchte sie mit solchen Einfällen nicht zu kommen. „Du liest zu viele Krimis“, lautete in solchen Fällen die Antwort von Gunnar.

In wenigen Minuten hatte Scott den Kaffee ausgetrunken und bedankte sich für die Gastfreundschaft.

„Ich will dann mal wieder. Danke für den Kaffee und bis bald“, verabschiedete er sich und machte sich auf den Weg zurück zu seinem Haus. Nachdenklich blickte Gunnar ihm nach. Scott war der erste New Yorker, den er kennengelernt hatte. Und obwohl er es seiner Frau nie eingestehen würde, rätselte auch er darüber, was diesen Mann dazu bewog, bei ihnen zu wohnen. Mit New York verband Gunnar die Vorstellung von smarten Yuppies, die in Maßanzügen ihren coffee-to-go bei Starbucks holten und dann geschäftig in ihren Großraumbüros verschwanden. Scott McNara war anders. Dieser große, breitschultrige Mann mit der tiefen Stimme und einer unbestimmbaren Traurigkeit in den Augen sah aus wie ein Sohn dieser Insel. Er sah aus wie ein Wikinger.