Du suchst Südfrankreich-Geheimtipps für deine nächste Reise? Zwischen den Corbières, Narbonne und der Mittelmeerküste warten eindrucksvolle Burgen, kleine Dörfer und genussvolle Entdeckungen. Ich stelle dir vier Orte vor, die auch in meinem Krimi „Der vergessene Raum“ eine besondere Rolle spielen – mit Reisetipps und eigenen Bildern.
Hier geht es zu einem kleinen Reisefilm, den ich unterwegs gedreht habe:
Die Corbières: Wo liegt diese besondere Ecke Südfrankreichs?
Wer bei Südfrankreich an Lavendelfelder und die Côte d’Azur denkt, darf hier eine andere Seite des Südens kennenlernen. Die Corbières liegen in Okzitanien, im Hinterland zwischen dem Raum Narbonne und den Pyrenäen. Weinberge, felsige Höhen und kleine Dörfer prägen die Landschaft. Auf manchen Bergkämmen thronen Burgruinen, deren Lage schon aus der Ferne staunen lässt.
Für eine Reise durch die Region würde ich Zeit zum Anhalten einplanen. Für einen Aussichtspunkt am Straßenrand oder einen Spaziergang durch ein Dorf. Oder für ein vorzügliches Mittagessen, das schonmal etwas länger dauern kann. Die folgenden vier Orte ergeben dabei eine schöne Mischung aus Landschaft, Kultur und Meer.
Burg Peyrepertuse: Tipps für deinen Besuch
Schon die Lage des Château de Peyrepertuse ist spektakulär. Hoch über Duilhac-sous-Peyrepertuse zieht sich die gewaltige Ruine über einen felsigen Bergrücken. Aus der Entfernung scheinen Mauern und Felsen beinahe miteinander zu verschmelzen. Peyrepertuse gehört zu den bekanntesten Burgen des sogenannten Katharerlandes. Ein Geheimtipp ist die Festung deshalb kaum, ein eindrucksvoller Auftakt für eine Reise durch die Corbières aber allemal.

Das Chateau de Peyrepertuse in den Corbières.
Oben führen Wege zwischen alten Mauern, Treppen und Durchgängen hindurch. Immer wieder öffnen sich neue Ausblicke auf die Berge. Man braucht wenig Fantasie, um sich vorzustellen, wie abgeschieden das Leben hier einst gewesen sein muss.
In Der vergessene Raum beginnt an diesem Ort Claires Geschichte: Die Journalistin kommt nach Peyrepertuse, um Professor Vallois für eine Reportage zu interviewen. Doch statt ihres Gesprächspartners findet sie seine Leiche. Und plötzlich bekommen die alten Mauern eine ziemlich unheimliche Wirkung.
Tipp für deinen Besuch:
Plane die Burg als eigenen Ausflug ein und nimm dir Zeit für den Aufstieg und die weitläufige Anlage. Feste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz gehören ins Gepäck. Prüfe vorher die aktuellen Besuchshinweise und die Wetterlage – auf einem exponierten Bergrücken können Wind und Hitze den Ausflug ziemlich beeinflussen.
Fototipp:
Fotografiere die Burg auch aus der Entfernung. Erst mit dem Bergrücken und der Landschaft ringsum wird ihre außergewöhnliche Lage richtig sichtbar.
Narbonne: Sehenswürdigkeiten zwischen Markthalle und Kanal
Nach den Bergen bietet Narbonne einen reizvollen Wechsel. Hier kannst du durch die Altstadt bummeln, historische Bauwerke besichtigen und zwischendurch am Wasser sitzen. Mitten durch die Stadt verläuft der Canal de la Robine. Seine Ufer eignen sich toll für einen Spaziergang mit kleinen Umwegen durch die angrenzenden Straßen. Zu den markanten Sehenswürdigkeiten gehören der ehemalige Erzbischofspalast und die Kathedrale Saint-Just-et-Saint-Pasteur.

Der Canal de la Robine in Narbonne.
Unbedingt einplanen würde ich außerdem die Markthalle, Les Halles. Unter ihrer historischen Dachkonstruktion geht es um die genussvolle Seite Südfrankreichs: Käse, Oliven, Fisch, Meeresfrüchte und vieles, das schon beim Anschauen Appetit macht. Wer gern fotografiert, findet hier reichlich Motive. Wer gern isst, hat möglicherweise andere Prioritäten. Beides lässt sich erfreulicherweise verbinden.

In der Markthalle von Narbonne.
Tipp für deinen Besuch:
Beginne deinen Stadtbummel am Vormittag mit den Halles. Danach kannst du dich durch die Altstadt treiben lassen, die Kathedrale besuchen und eine Pause am Canal de la Robine einlegen. Für diese Kombination würde ich mindestens einen halben Tag reservieren, lieber mehr.
Fototipp:
Neben den großen Bauwerken lohnen sich die kleinen Details: Auslagen, Fensterläden, Fassaden und Spiegelungen im Kanal.
Leucate: Urlaub zwischen Dorf, Steilküste und Meer
Von den Corbières ist der Weg ans Mittelmeer nicht weit. Leucate eignet sich besonders gut, um einen Ausflug in die Region mit einem Tag am Wasser zu verbinden. Bei der Planung lohnt es sich, die Ortsnamen genauer anzuschauen: Leucate Village, Leucate Plage, Port Leucate und La Franqui haben jeweils ihren eigenen Charakter. Für einen Bummel bietet sich das alte Leucate Village an. Wer anschließend Meer sehen möchte, kann zur Küste weiterfahren.

Blick auf den Strand von Leucate.
Besonders schön ist die Landschaft am Plateau und an der Steilküste. Hier führen Wege durch mediterrane Vegetation zu weiten Ausblicken über das Wasser. Damit lässt sich ein Strandtag um einen Spaziergang ergänzen oder ein Wandertag um eine ausgedehnte Badepause. Eine weitere Spezialität wartet im Austernzentrum von Leucate. Dort kannst du Austern und andere Meeresfrüchte direkt bei den Erzeugern probieren. Für Liebhaber ist das ein schöner Anlass, sich Zeit zu nehmen und den Ausflug kulinarisch ausklingen zu lassen (Da ich keine Austern mag, habe ich mir dies allerdings geschenkt…).
Tipp für deinen Besuch:
Überlege dir vorher, was du verbinden möchtest: Dorf und Strand, Küstenwanderung und Austern oder einfach einen langen Tag am Meer. So landest du gezielt in dem Teil von Leucate, der zu deinen Plänen passt.
Fototipp:
Nimm neben dem weiten Meer auch die Übergänge ins Bild: helle Felsen, niedrige Vegetation und die Küstenlinie. Sie erzählen viel vom Charakter dieser Landschaft.
Feuilla: Ein kleines Dorf in den Corbières entdecken
Nach einer gewaltigen Burg, einer lebendigen Stadt und der offenen Küste wird es in Feuilla überschaubar. Das kleine Dorf liegt in den Corbières Maritimes und steht für eine Seite Südfrankreichs, für die man sich am besten zu Fuß Zeit nimmt.
Ein Spaziergang durch den Ort, ein Blick auf die Häuser und anschließend ein Stück hinaus in die Landschaft: Viel mehr braucht es für einen ersten Eindruck nicht. Rund um Feuilla gibt es Wanderwege, darunter die Boucle de Valdria und eine Route zum Col de Feuilla.

Das kleine Dorf Feuilla in den Corbières.
Für meinen Roman hat dieses Dorf eine besondere Bedeutung. Hier hat Claire ein altes Haus geerbt. Was nach einem guten Grund für einen Aufenthalt im sonnigen Süden klingt, führt sie immer tiefer in die Geheimnisse ihrer Familie. Ihre Schwester Vivienne nimmt dabei Dinge wahr, die sich mit gesundem Menschenverstand nur schwer erklären lassen. Gegenstände tauchen auf, und das Haus scheint auf seine eigene Weise mit ihr zu sprechen.
Wenn du durch Feuilla gehst, darfst du also ruhig einmal genauer auf die alten Häuser schauen. Welches davon du dir als Claires Erbe vorstellst, bleibt deiner Fantasie überlassen.
Tipp für deinen Besuch:
Verbinde den Dorfbummel mit einem Spaziergang oder einer passenden Wanderung in der Umgebung. Informiere dich vorher über Strecke und Anforderungen und nimm ausreichend Wasser mit, in Feuilla gibt es nämlich kein Café und kein einziges Geschäft.
Fototipp:
Eine Dorfansicht zeigt die Lage in der Landschaft. Ergänze sie um kleine Motive wie Türen, Mauern oder Wegweiser – daraus entsteht eine schöne Bildergeschichte.
So kannst du die vier Orte in deine Südfrankreich-Reise einbauen
Für diese Entdeckungen würde ich mehrere Tage einplanen. Die Entfernungen wirken auf der Karte teilweise überschaubar, doch gerade in den Corbières gehören kurvige Straßen und spontane Stopps zur Reise dazu.
Ein möglicher Rahmen wäre:
- Ein Tag in Narbonne: Markthalle, Altstadt, Kathedrale und Canal de la Robine.
- Ein Tag am Meer in Leucate: Je nach Lust mit Dorfbummel, Küstenweg, Strand oder Austern.
- Ein Ausflug nach Feuilla: Zeit für das Dorf und einen Spaziergang in der Umgebung.
- Ein Tag für Peyrepertuse: Burgbesuch und eine gemütliche Pause unterwegs.
Mit einem Auto lassen sich die ländlichen Schauplätze flexibel verbinden. Prüfe vor deinen Ausflügen die aktuellen Öffnungszeiten, Wettervorhersagen und gegebenenfalls Hinweise zu gesperrten Wegen.
Südfrankreich zum Weiterlesen: „Der vergessene Raum“
Vielleicht möchtest du nach deiner Reise gedanklich noch ein wenig im Süden bleiben. Oder du willst die Landschaft schon kennenlernen, bevor der Koffer gepackt ist.

In meinem Krimi Der vergessene Raum reist die Journalistin Claire Bernard aus Québec in die Corbières. Auf dem Château de Peyrepertuse will sie einen Professor interviewen – und findet seine Leiche. Als sie selbst unter Verdacht gerät, beginnt sie nachzuforschen. Dabei helfen ihr ein ziemlich ungewöhnliches Team und ihre Schwester Vivienne, deren besondere Begabung sich nicht immer an die Regeln vernünftiger Ermittlungsarbeit hält. Dazu kommen ein geerbtes Haus in Feuilla, Familiengeheimnisse und Commissaire Gabriel Moreau, der Claires Einmischung mit gemischten Gefühlen betrachtet.
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